Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Zur Geburt meiner Mission - Inhaltsverzeichnis |
2. KAPITEL
Richtet nicht
Für Menschen der oben genannten Art sind diese meine Mitteilungen nicht geschrieben.
Sollten sie dennoch irgendwie in die Hände eines solchen Menschen gelangen, so möchte ich ihm von vornherein sagen:*
"Bleibe absolut bei dem religiösen Glauben, der für dich das Leben oder Glück bedeutet, der deiner Ansicht nach der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Glaube keinesfalls, dass ich dich auch nur in einem einzigen Punkt von dieser deiner höchsten Lebensgrundlage abbringen möchte. Ich möchte überhaupt keines einzigen Menschen Glauben an das schwächen, was wirklich schön und edel, wahr und daher im täglichen Dasein liebevoll und göttlich inspirierend ist. Denke jedoch daran, dass es eine Übertretung des Liebesgesetzes wäre, dir nicht einzugestehen, dass dein Wissen begrenzt ist und dass du außerhalb dieser Begrenzung von einer Zone umgeben bist, wo du also nicht "wissend" sein kannst und deshalb notwendigerweise nur als "Gläubiger" existieren kannst. Du bist außerhalb dieses Bereichs von einer unendlichen Zone umgeben, die aufgrund deiner hundertprozentigen Unwissenheit oder totalen Bewusstlosigkeit zur schwärzesten Nacht wird. Was diese dunkle Nacht in ihrem Schoß verbergen mag, darüber weißt du nichts. Du kannst daher keinerlei Autorität oder rechtmäßig qualifizierter Richter in der Beurteilung von Berichten oder Enthüllungen über dieses dir gänzlich unbekannte Terrain sein. Nur auf dem kleinen Feld oder Gebiet, wo du auf dem Boden absoluter mathematischer Tatsachen stehst, auf absolut selbsterlebtem Wissen, kannst du mitreden. Aber bereits auf dem Feld, wo du nur als "Gläubiger" existierst, hörst du auf, eine Kapazität zu sein. Hier lebst du davon, was andere dir erzählt, was andere geschrieben haben. Das bedeutet also, dass du hier nur ein Anhänger, ein Lehrling, ein Schüler bist. Du hast noch nicht das reife Stadium erreicht, in dem deine Ausbildung abgeschlossen ist. Du hast noch nicht dein Diplom erhalten, dein Examen, deine Gesellenprüfung bestanden. Ist es dann aber nicht natürlicher und deshalb liebevoller, dass der Schüler diese seine wahre Identität erkennt, die eben ausschließlich darin bestehen kann, der "zuhörende" Part zu sein, als dass er sich in seinem Innern vorgaukelt, berechtigt zu sein, als der "Beurteilende", der "Belehrende" aufzutreten, und sich damit in Wirklichkeit, wenn auch unbewusst, als "falscher" Meister oder Lehrer präsentiert? Wenn der "Gläubige" den "Wissenden" belehren will, ist das ja dasselbe, als wollte der Schüler den Meister belehren. Dieses Verhältnis ist unnatürlich, und alles, was unnatürlich ist, ist lieblos. Der "Gläubige" versündigt sich gegen seine eigene Überzeugung, wenn er mit dem "Wissenden" ins Gericht geht, ganz unabhängig davon, ob diese seine Handlungsweise in gutem Glauben geschieht. Heißt es aber nicht gerade aus diesem Grund "Richtet nicht, denn wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden."? – Derjenige, der dies wirklich weiß, urteilt nicht in Bereichen, in denen er "unwissend" ist. Es steht also dem "gläubigen" Wesen nicht zu, zu urteilen. Dies kann rechtmäßig nur das Privileg des "Wissenden" sein. ____________ * Hier beginnt eine direkte Rede an den Leser, die erst am Ende von Kap. 10 schießt. |
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