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55. Kapitel

Die religiöse und die intellektuelle Entstehung des Menschen  Wie aus dem vorhergehenden Symbol hervorgeht, entsteht der "Sündenfall", d.h. die neuen "Begehren", im Kulminationsgebiet des "Paradiesgartens", von wo aus er sich bis zur Grenze zum nächsten "Paradiesgarten" oder zum nächsten Reich in der "Spirale" weiter und weiter entwickelt. Der Teil des "Paradiesgartens", der sich von der Kulmination eines Reiches bis zur Grenze des nächsten Reiches erstreckt, wird dadurch eine Finsternisseite, da ja auf dieser Seite im Bewusstsein des Geschöpfes ein Kampf zwischen jenen Energien entsteht, welche die Kulmination oder den besonderen Glückszustand des "Gartens" tragen, und jenen Energien, welche die neuen Begehren oder den "Sündenfall" erzeugen.
      Da die Reaktion auf diesen Kampf im biblischen "Paradiesgarten" unmittelbar und mittelbar zunächst Schmerz und Leiden auf physischem wie auf geistigem Gebiet, körperlich wie seelisch ist, wurde diese ganze Seite des Bewusstseinslebens ganz allgemein als das "Böse" aufgefasst.
      Auf der Seite der Finsternis oder in der "Austreibungszone" im "Paradiesgarten" ist das Bewusstsein des Wesens also durch zwei Gebiete zu analysieren, nämlich durch das hier unter dem Begriff das "Böse" genannte Gebiet und durch das Gebiet, das noch nicht in Disharmonie mit der Erfüllung des "Paradiesgesetzes" steht und wo ein Teil seines Glückszustandes noch zu finden ist. Da Letzteres notwendigerweise ein Kontrast zum Schmerz oder Leidensgebiet ist, ist dies allmählich als das "Gute" aufgefasst worden. Und mit dieser Bewusstseinsspaltung wurde das "Tier" zu dem Wesen, das nun als der "Erdenmensch" hervortritt. Und die Wesen dieser Art sind also die wirklichen "Sünder" des biblischen "Paradiesgartens".
      Mit dieser Spaltung des Bewusstseins in Gestalt des "Bösen" und des "Guten" begann das bewusste Denk- und Seelenleben richtig aufzublühen. Nun begannen die Grübeleien über die Herkunft dieser beiden Realitäten. Die starken Leiden weckten die ersten schwachen Tendenzen im "Tier" zur Stellungnahme zum Dasein. Hier begannen die "Qualen des Nacktseins". Und mit dieser Erkenntnis war es nicht mehr in der Lichtseite des "Paradiesgartens". Es war nicht mehr glücklich. Es lebte von nun an in einer ununterbrochenen Jagd nach dem "Glück". Das "Glück" war Gott, aber Gott war verschwunden. Gott wurde, unbewusst für das Wesen selbst, zu: Hab und Gut, Reichtum, Militarismus, Politik, Sport, Macht, Ehre, Ruhm usw., um danach wieder zu Gott zu werden.
      Aber diese wechselnde unbewusste Auffassung von Gott erstreckt sich über eine lange Entwicklungsepoche in der erdenmenschlichen Geschichte. Und in dieser Epoche wurden die "Cherubim" die Vertreter des abhandengekommenen Gottes, und ihr "blitzendes Schwert" wurde die Anleitung, Wegweisung und Hilfeleistung für die Menschheit.
      Diese Epoche tritt in zwei großen, in geistiger Entfaltung stark voneinander abweichenden Abschnitten hervor, ja, diese sind sogar geradezu lückenlose Kontraste. Der erste Abschnitt beginnt in der Kulmination der Zone unter dem Begriff "Sündenfall" und erstreckt sich noch bis ganz in das zwanzigste Jahrhundert hinein, wenn sich auch der zweite Abschnitt theoretisch schon vor Jahrtausenden geltend zu machen begann. Diese zwei Abschnitte bilden die Analyse der Finsternisseite des biblischen "Paradiesgartens". Da dieser jedoch wieder mit dem Erdenmenschen bevölkert wird, werden die Analysen dieser zwei Abschnitte identisch mit der religiösen und intellektuellen Entstehung des Erdenmenschen, d.h. mit der Umschaffung des "Tieres" zum "Menschen", was wieder dasselbe ist, wie die Schaffung "des Abbildes Gottes nach seinem Gleichnis". Der fertige "Mensch" ist somit dasselbe wie "das Abbild Gottes". "Gottes Abbild" sein, ist dasselbe wie sich theoretisch und praktisch, geistig und physisch der Gesetze des Lebens bewusst zu sein, sich der Logik der Vorsehung bewusst zu sein, die bewusste Inkarnation vom Plan des Weltalls zu sein. Der vollkommene "Mensch" ist die physische und geistige Verkörperung oder Offenbarung der göttlichen Größe, innerhalb derer "alles" unmöglich anders sein kann als "sehr gut", weshalb das Dasein dieses vollkommenen Wesens ihm natürlich unvermeidlich den Bewusstseinszustand eines Gottessohnes mit der Empfindung gibt, "eins mit dem Vater" zu sein.


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