Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Logik - Inhaltsverzeichnis |
91. Kapitel |
| Warum der heutige Wissenschaftler keine besondere Neigung hat, die von den größten Weisen manifestierten "großen Wahrheiten" oder kosmischen Resultate als "Wissenschaft" anzuerkennen |
Dass das Lebewesen, das ja für Entwicklung, für Erleben von Erfahrung empfänglich ist, nicht in aller Ewigkeit in all dieser Plan- und Zweckmäßigkeit, in all dieser Entfaltung von kosmischer Vernunft oder in der Kulmination der Logik, welche die Natur um es herum enthüllt, weiterleben kann, ohne sie zu entdecken, das ist natürlich eine Selbstverständlichkeit.
Und das Lebewesen bekommt ja auch allmählich immer größeres Wissen über die Natur und das Leben.
Und mit diesem Wissen, mit dieser zunehmenden, immer gründlicheren Entdeckung der Natur des Lebens wird das Wesen selbst verwandelt.
Da aber die Wesen nicht alle gleich weit in dieser Aneignung von Wissen sind, sind sie auch nicht alle gleich weit in ihrer Verwandlung von Primitivität zur Intellektualität.
Und wir können uns ja auch davon überzeugen, dass sich die uns umgebenden Lebewesen in ihrer Verwandlung auf höchst verschiedenen Stufen befinden.
Wir sehen einige Formen von Leben, die wir "Pflanzen", und andere, die wir "Tiere" nennen, und wir sehen unsere Mitwesen auf den Erdenmenschenstufen.
"Pflanzen", "Tiere" und "Menschen" sind also verschiedene Stadien oder Stufen in der Aneignung von Erfahrungen oder in der Entwicklung von Bewusstsein.
Und wir sehen, dass sich die Wesen in jeder Gruppe auf Stufen einer unendlich ansteigenden Skala befinden, die sich in harmonischer Weise von den höchsten Stufen der darunterliegenden Gruppe zu den niedrigsten Stufen der darüberliegenden Gruppe auf der allen Gruppen gemeinsamen Hauptskala erstrecken, welche wir als die "Entwicklungsleiter" kennen.
Wenn aber die Einwirkung der Natur auf die Lebewesen zur Folge hat, dass alle diejenigen, die in der Entwicklung unter uns stehen, ohne Ausnahme von Primitivität zu Intellektualität oder von niedrigeren Formen oder Stufen zu jenen Stufen vorwärts und aufwärts geführt werden, die wir selbst vertreten, warum sollte sich diese Einwirkung dann nicht fortsetzen? – Wäre es nicht ein Irrtum zu glauben, dass der Erdenmensch die höchste Lebensform im Dasein, die Spitze dessen wäre, was die Natur hervorbringen könnte, und dass alle Entwicklung hier aufhören müsse? – Und wie sollte ein solcher Glaube ein Ausdruck von Logik sein? – Sind die offiziell anerkannten höchsten Intellektuellen nicht die sogenannten "Wissenschaftler"? – Hat man aber je gesehen, dass einige von ihnen all das höchste Wissen haben, das insgesamt dem menschlichen Gehirn überhaupt zugänglich ist? – Hat man je gesehen, dass einige zu einem Stadium kamen, wo es nichts mehr zu erforschen gab? – Wer wagt, dies zu behaupten? – Wenn es aber immer unbekannte Gebiete gibt, physische wie geistige, die zu erforschen sind, dann ist die Wissenschaft ja einem Wachstum unterworfen. Die offiziellen höchsten Intellektuellen der Erde befinden sich also in einer dauernden Verwandlung von Unwissenheit zu Wissen, sind dauernd auf dem Weg von Primitivität zu Intellektualität. Es wird damit zur Tatsache, dass das gegenwärtige erdenmenschliche intellektuelle Stadium nicht endgültig oder abgeschlossen ist. Wenn aber die erdenmenschliche höchste Wissenschaft von heute nicht endgültig oder abgeschlossen ist, dann wird es auch zur Tatsache, dass es ein "nächstes Stadium" gibt. Was ist aber dieses "nächste Stadium"? – Ja, Maß- und Gewichtsbegriffe, Raum-, Schwingungs- und Geschwindigkeitskenntnisse sind ja die Kulmination des gegenwärtigen intellektuellen oder wissenschaftlichen Stadiums und können daher nicht den Charakter des nächsten Stadiums haben. Denn wenn sie dies könnten, dann gäbe es ja kein "nächstes Stadium". Dann müsste dies ja im Prinzip dasselbe wie das gegenwärtige sein. Dann könnte ja keine Rede von einer intellektuellen Erneuerung sein, wie sie der Erneuerung entspricht, die das "Tier" dem "Pflanzenstadium" und den Erdenmenschen dem "Tierstadium" entwachsen lässt. Das Hervortreten des Erdenmenschen müsste dadurch im Gegensatz zu allen andern Lebewesen notwendigerweise ein geistiges Treten auf der Stelle sein. Aber ein solcher "Stillstand" ist ja das Gegenteil der wirklichen Tatsache. Durch sogenannte "heilige Bücher" und "weise Männer" sind eine Menge sogenannter "großer Wahrheiten" offenbart worden. Diese "Wahrheiten" sind in Wirklichkeit identisch mit wissenschaftlichen Resultaten, aber nicht solchen Resultaten, wie sie die Wissenschaft heute ausdrückt. Sie enthalten keine Aufklärung über Maß und Gewicht. Sie drücken keine Angaben über Chemikalien, über Zeit und Raum aus, sie glänzen nicht durch Aufschlüsse über Technik oder mechanische Klugheit und unterscheiden sich demnach in ihrer Natur total von dem, was der Erdenmensch heute unter Wissenschaft versteht. Es ist darum auch nicht so merkwürdig, dass diese überlieferten Resultate nicht von den gegenwärtigen modernen, wissenschaftlich eingestellten Forschern akzeptiert oder als Wissenschaft anerkannt werden können. Sie können ja nicht in die notwendigen Kilometer oder Gramm oder in andere Formen toter oder kalter Maße eingeteilt werden. Sie drücken nämlich "das Leben" selbst aus, und dieses kann unmöglich durch Maßeinheiten dokumentiert werden. Das Leben ist eine ewige Realität, d.h., es ist unendlich, und die Unendlichkeit kann weder gewogen noch gemessen werden. Nur die "erschaffenen Dinge", d.h. die Erzeugnisse des Lebens, seine Produkte, haben die Begrenzung, den Anfang und den Abschluss, die bewirken, dass sie gewogen und gemessen werden können. Maß und Gewicht und damit die hierauf beruhende Wissenschaft können daher niemals etwas anderes werden als Analysen des "Geschaffenen" und damit der Begrenzung der "toten Dinge". Ein Wissen vom Leben können diese Analysen niemals geben. Dass ein Ding so und so viel wiegt, kann daher kein Wissen über das Leben geben. Zu wissen, dass es so und so weit bis zum Mond, bis zur Sonne oder zu anderen Himmelskörpern ist, ist kein Beweis für die Unsterblichkeit. Ob die Erde diese oder jene Dichte hat oder die eine oder andere stoffliche Zusammensetzung, oder welchen Rauminhalt sie hat, gibt ja auch nicht Bescheid oder Auskunft darüber, ob sie ein Lebewesen ist oder eines der sogenannten "toten Dinge" darstellt, wie es ja auch keine Maßeinheit gibt, die uns beweisen kann, dass das Weltall ein Lebewesen ist. Aber ein Wissen braucht nicht unbedingt nur aus Maß- und Gewichtsfaziten zu bestehen. Der Erdenmensch hat bereits ein Wissen von vielen Dingen, die er nicht durch Maßeinheiten ausdrücken kann. Weiß er nicht ausdrücklich, dass Möbel nur vom Tischler geschaffen werden können und dass ein Kleidungsstück einen Schneider als Erzeuger haben muss? – Hat dieses Wissen etwas mit Maß und Gewicht zu tun? – Sind die Möbel und die Bekleidung nicht Beweise für die Existenz des Tischlers bzw. des Schneiders? – Wenn sie aber mit "Beweisen" identisch sind, dann bilden diese ja eine Wissenschaft, die nicht Maß und Gewicht ausdrückt. Nicht die Maße und Gewichte der Möbel und der Kleider in Kilogramm oder Zentimetern machen die Gegenstände identisch mit Beweisen für die Existenz ihrer Erzeuger, sondern, wie schon erwähnt, die intelligenz- und gefühlsmäßige Kombination dieser Gegenstände. Diese Kombination ist es, die sie zu "Lebensäußerungen" und damit zu Beweisen für die Existenz des Lebens machen. |
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