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92. Kapitel

Die Identität der "großen Wahrheiten" mit "kosmischer Wissenschaft" und ihre unentbehrliche Mission auf Gebieten, auf denen die materielle Wissenschaft völlig machtlos ist  Seite an Seite mit der rein auf Maß und Gewicht beruhenden materiellen Wissenschaft, die infolge ihrer Natur nur Bescheid über "tote Dinge" geben kann, existiert also noch eine andere Wissenschaft, die Bescheid über "lebende Dinge" gibt. Dass diese letztere erst in ihrem zartesten Werden ist und von der modernen Wissenschaft noch in den Schatten gestellt wird, ändert ja nichts daran, dass es eine Tatsache ist, dass sie existiert. Ihre Ergebnisse beruhen nicht auf Maß und Gewicht, sondern auf "Lebensäußerungen", d.h. auf Dingen, die unmittelbar das Leben ausdrücken. Wenn jedoch der Erdenmensch innerhalb eines bestimmten Gebietes die Fähigkeit hat, das Leben durch "Lebensäußerungen" festzustellen, warum soll sich diese Fähigkeit dann nicht dergestalt entwickeln können, dass das Wesen die Existenz des Lebens durch noch größere Felder feststellen könnte? – Verhält es sich nicht genau so, dass jede neue Erfahrung dem Wesen eine noch größere Fähigkeit gibt, sich im Leben zu orientieren? – Gibt nicht jede in der Natur neu entdeckte "Lebensäußerung" einem eine noch größere Fähigkeit, "Lebensäußerungen" zu beobachten? – Und bestätigen die "Weisen" dies nicht gerade mit den in den "heiligen Büchern" niedergeschriebenen Resultaten? – Sehen wir nicht, dass diese Resultate oder Ergebnisse Ausdruck für genau ein solches Wissen sind wie dasjenige, das bewirkt, dass wir in Möbeln und Kleidern Beweise für die Existenz der Erzeuger dieser Gegenstände sehen können?
      Wenn diese überlieferten Ergebnisse die Natur, das Weltall als "Vorsehung" oder den "Vater" bezeichnen, sollte man dann nicht glauben, dass diese Bezeichnungen auf "Lebensäußerungen" beruhen, die zu dieser Auffassung der Natur berechtigen? – Wer kann behaupten, dass diese Bezeichnungen nicht von Wesen stammen, die in der Erforschung von "Lebensäußerungen" so alt sind, dass sie auf diesem Gebiet eine so überlegene Fähigkeit bekommen haben, dass sie die Natur mit derselben Leichtigkeit als Ausdruck oder Beweis für einen lebenden Erzeuger sehen können, wie der Erdenmensch Möbel und Kleider als Beweis für die Existenz des Tischlers und des Schneiders sehen kann? –
      Wenn die Erfahrungs- oder Erlebnisfähigkeit sich in der Entwicklung befindet, warum sollte sie nicht ihren Träger zu einem solchen Zustand oder zu einer solchen Überlegenheit gerade auf diesem Gebiet führen? – Werden die Menschen nicht Virtuosen oder Genies auf allen anderen Gebieten, die sie intensiv betreiben oder erforschen? Warum sollten sie es nicht in der Erforschung von "Lebensäußerungen" werden? – Und haben wir nicht gerade solche größeren oder kleineren Genies in der "Lebensäußerungserkenntnis" als Erzeuger oder Urheber jener "großen Wahrheiten" vor uns, die unerschütterlich dem Zahn der Zeit getrotzt haben, die unweigerlich Grundlage für Hilfe in geistiger Not, Trauer und Depression gewesen sind und es auch weiterhin mehr sein werden, als ein Wissen über Maß und Gewicht, Entfernung und Technik es jemals sein konnte oder sein wird? – Sind nicht gerade diese "Wahrheiten" die letzte Hoffnung der Unglücklichen? – Drücken sie nicht gerade das Wissen aus, das in ihre Lage hineinpasst? – Ist das Wissen über eine liebevolle Gottheit oder Vorsehung, d.h. über ein höchstes, liebevolles Lebewesen, welches das Schicksal eines jeden andern existierenden Lebewesens in seiner göttlichen Hand hat, wodurch niemand verloren sein kann, sondern alle ein ewiges Leben haben, und ein Wissen darüber, dass "alles in Wirklichkeit sehr gut ist" und alles zum Lichte führt, nicht das Einzige, was für ein unglückliches und leidendes Wesen von Bedeutung sein kann? –
      Kann ein Wissen über Kilometer und Gramm, Stoffschwingungen und Lichtwellen oder ähnliche materielle Erscheinungen für den Menschen von Interesse sein, der über sein sterbendes Kind weint, oder für den, der seine Lieben auf dem Kriegsschauplatz verloren hat? – Kann es dem Trost geben, der unheilbar im Krankenhaus liegt und jeden Augenblick den Tod erwartet? – Kann eine größere Einsicht in die Maß- und Gewichtseinheiten des Stoffes, in sein Volumen und sein Reaktionsvermögen demjenigen Inspiration und Lebensfreude, neuen Glauben und Vertrauen fürs Leben geben, der heimatlos und unterdrückt, verarmt und krank, dabei ist, sich das Leben zu nehmen? – Wird die moderne Wissenschaft in solchen Fällen oder vor der Frage "was soll ich tun, um selig zu werden?" nicht leicht zu "Steinen anstatt zu Brot", gleichgültig, wie göttlich und segensreich sie auch in ihrer rechten Heimat oder auf ihrem rechten Platz im Dasein sein mag? –


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