Stern-Symbol im Menü


Lesen und suchen im Das Dritte Testament
   Kap.:  
(1-40) 
 
Erweiterte Suche
Die Erschaffung der Kultur - Inhaltsverzeichnis   

 

 
10. KAPITEL
Die ersten schwachen Gottesbegriffe und die Herdenbildung der Menschen
Da sich die Verwandlung vom Tier zum Menschen über den schon genannten langen Zeitraum erstreckt, ist es nachvollziehbar, dass sie im täglichen Leben unmerklich ist und deshalb von einem großen Teil der Menschen verneint wird. Unintellektuelle und stark dogmatische, religiös gläubige Menschen, insbesondere innerhalb des kirchlichen Christentums, glauben, dass es eine Schande und eine Gotteslästerung sei zu behaupten, dass der Mensch von den Tieren abstamme und dass er bis zu einem gewissen Ausmaß immer noch ein Tier sei. Sie meinen, dass der Mensch ein besonderer Favorit Gottes sei und dass die Tiere nur zur Nahrung des Menschen da seien. Sie verstehen überhaupt noch nicht, dass animalische Nahrung eine Entgleisung von der für den Menschen normalen Ernährung ist. Diese stark religiösen Menschen, die Spezialisten darin sind, das fünfte Gebot "du sollst nicht töten" zu lehren oder zu predigen, verstehen nicht, dass dieses Gebot das absolute Lebensgesetz für den Menschen ist, wodurch es also zu einer Lebensbedingung für den Menschen wird, nicht zu töten. Wie sollen Humanität und Nächstenliebe sonst das Gesetz erfüllen können. Die Tiere sind absolut auch unser Nächster. Diesen Nächsten zu töten, ist nicht nur keine Lebensbedingung für den Menschen, sondern seinen Organismus aufzuessen ist außerdem auf lange Sicht tödlich ungesund und schädlich. Diese religiös gläubigen Menschen befinden sich also in der ersten großen Daseinsepoche der Menschheit. Sehen wir zurück auf den ersten beginnenden Verwandlungsprozess der Menschen vom Tier zum Menschen, sehen wir, wie das tierische Lebensprinzip "zu töten" hier geradezu verehrt wurde. Man glaubte an tötende Götter und Teufel. Man glaubte, dass die Götter oder die Vorsehung mit lebensgefährlichen Feinden kämpfen musste, genau wie man selbst. Das Dasein der Menschen und ihrer Götter war also völlig analog zu dem der Tiere, nur mit dem Unterschied, dass die Menschen anfangen konnten, tagesbewusst darüber zu reflektieren oder nachzudenken, während das Tier hauptsächlich instinktmäßig geführt wurde und ohne die Fähigkeit war, über eine Vorsehung oder Götter zu reflektieren. Was jedoch den Selbsterhaltungstrieb betrifft, war der Unterschied zwischen Tier und Mensch noch sehr gering. Für beide war es die Macht, die das Recht war. Es existierte also in Wirklichkeit kein Recht. Die Menschen glaubten, dass die tierische Lebensbedingung "zu töten, um zu leben" das absolut Richtige war. Und wie sollten sie in diesem Stadium ihrer Entwicklung auch etwas anderes glauben können? Es war noch nie etwas über eine Gottheit oder eine Vorsehung verkündet worden, die ihre Feinde nicht blutig oder überlegen getötet oder sich an ihnen gerächt hatte. Es war noch kein einziges Wort gefallen über wirkliche Nächstenliebe oder darüber, dass man seine Feinde lieben und ihnen vergeben sollte. Das Leben konnte nur durch harten Kampf, teils gegen die Natur, teils gegen wilde Tieren und teils gegen die Mitmenschen, aufrechterhalten werden. Diese harte und noch ausgeprägt tierische Lebensbedingung forderte genau wie bei den Tieren, dass man in Herden zusammenlebte. Es fiel den Wesen leichter, sich im Dasein zu verteidigen, wenn sie in einer Herde auftraten, als wenn sie darauf angewiesen waren, allein zurechtzukommen. Deshalb sehen wir die Menschen hier zusammengeschlossen in selbstständigen Gruppen oder Stämmen. Und das ist dasselbe Prinzip, das heute dem Auftreten der Menschen als Nationen und Staaten zugrunde liegt. Diese Gruppen und Stämme kämpften miteinander um die besten Jagdgebiete oder um Gebiete, wo die Lebensbedingungen am leichtesten waren.


Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.