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Die Erschaffung der Kultur - Inhaltsverzeichnis   

 

 
13. KAPITEL
Leben und Kultur der Menschen während des abgeblendeten Christentums und bis hin zum vorhergesagten Tag des Jüngsten Gerichts
Und die Menschen lebten nun mit dem durch die getönte Brille abgeblendeten Christentum weiter. Man gewöhnte sich an die Brille in einem solchen Umfang, dass man zum Schluss das wahre Licht des wirklichen Christentums so, wie es vom Welterlöser manifestiert worden war, überhaupt nicht mehr sehen wollte. Man färbte die Brille nach seinen tierischen oder heidnischen Gewohnheiten und Neigungen in noch höherem Grade ein. Sogar den Welterlöser machte man nun zu einem Wesen, dem die Menschen unmöglich nacheifern oder Folge leisten konnten. Deshalb wurden im Christentum die guten Taten nicht zur Hauptsache im täglichen Leben. Nein, diese bedeuteten nichts. Die vorbildliche Wesensart des Welterlösers wurde deshalb nicht zu einem Vorbild für die menschliche Wesensart, so wie das in Wirklichkeit seitens der Vorsehung beabsichtigt war. Nein, der Welterlöser wurde als eine Gottheit aufgefasst, der die Menschen niemals ähnlich werden konnten. Mit diesem Aberglauben war der hier angewiesene Weg zum Licht versperrt. Aber was bedeutete dann die Geburt dieser Gottheit hier in der Welt? Die eine oder andere Mission musste sie ja haben. Auch hier verschleierte die getönte Brille das starke Licht der Wahrheit. Und aufgrund dieses abgetönten Lichtes stellte man sich vor, dass er ausschließlich zur Welt gekommen war, um die Strafe auf sich zu nehmen, die die Menschheit durch ihr eigenes gottloses Leben selbst verursacht hatte. Da ihre eigenen guten Taten nichts bedeuteten, konnte man auf diesem Weg keinen Zugang zu etwas anderem als zur glühenden Hölle bekommen. Aber dadurch, dass der Welterlöser sich für die von den Menschen begangenen Sünden oder Verbrechen hatte kreuzigen lassen, konnte man selbst von der Strafe befreit werden, wenn man nur an die Taufe und das Abendmahl glaubte und hierdurch in seinem Namen den Allmächtigen um die Vergebung der Sünden bat. Man konnte also aufgrund dessen, dass der Welterlöser bereits die Strafe erlitten hatte, die man sonst selbst hätte bekommen müssen, dieser Strafe entgehen, d.h. von der ewigen Pein in der Hölle befreit werden. Trotz der Wirkungen seiner Sünden, seiner bösen Verhaltensweise, konnte man also erlöst werden von dieser entsetzlichen Hölle und ins Paradies oder in den Himmel der Gläubigen vor Gottes Thron kommen. Und mit dieser Auffassung, diesem abgetönten und abgeblendeten Christentum, schufen die Menschen nun eine Kulturepoche, innerhalb welcher die wirklich feinen und entscheidenden Einzelheiten oder Lehrsätze der Bergpredigt, lebendig gemacht im praktischen Verhalten des Welterlösers, nicht richtig gesehen und deshalb in dieser hervortretenden Kultur, die man immer noch "Christentum" nennt, auch nicht richtig beachtet werden. Deshalb kamen die Menschen dazu, sich während dieses abgeblendeten Christentums zu den genialsten Kriegervölkern der Welt zu entwickeln. Unter ihm wurden Mordwaffen bis hin zu Atombomben oder Atomwaffen entwickelt, mit denen man nun die Übertretung des größten Gebots "du sollst nicht töten" vervielfachen konnte. Und damit wurden die christlichen Staaten zur kulminierenden Sabotage des Christentums, das verkündete, dass "derjenige, der zum Schwert greift, durch das Schwert umkommen wird", und gleichzeitig verkündete, dass der Weg zum wirklich dauerhaften Frieden und Wohlbefinden für die Menschen, der Weg aus der Götterdämmerung und dem Fegefeuer heraus, ausschließlich durch die Liebe zu Gott führt, und indem man seinen Nächsten wie sich selbst liebt. Wahrlich, das Christentum ist in Verfall geraten. Und die Welt muss deshalb unvermeidlich den Worten des Welterlösers von einem kommenden Tag des Jüngsten Gerichts, einer Zeitepoche mit gewaltiger Bedrängnis in der ganzen Welt, in der jeder im Krieg mit jedem sein wird, Recht geben.


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