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Die Erschaffung der Kultur - Inhaltsverzeichnis   

 

 
15. KAPITEL
Weshalb die Menschen das Christentum nicht in der Reinkultur entgegennehmen und praktizieren konnten, in der es vom Munde und von der Wesensart des Welterlösers ausging
Die kriegerische Wesensart der Menschen hat ihre Wurzeln nicht im wahren Christentum, so wie es durch den Welterlöser manifestiert wurde. Dass die Menschen aufgrund des noch überwiegenden tierischen Bereichs in ihrer Mentalität nicht das reine Lebenslicht in seiner ganzen klaren Strahlenflut entgegennehmen konnten, sondern eine "getönte Brille" aufsetzen und sich hier und da in den Schatten stellen mussten, ist eigentlich nur das, was sie gelegentlich auch gegen den rein physischen Sonnenschein tun müssen, wenn dieser in all seiner Kraft an einem Sommertag blendend auftritt. Kommt man aus einem dunklen Raum, verträgt man in dem Augenblick das blendende Licht des Sommertages nicht, sondern versucht, in den Schatten zu kommen. Man hat Erfahrungen damit gemacht, dass die Haut schmerzhaft verbrannt werden kann und Blasen entstehen. Dasselbe Prinzip gilt in allen Lebenssituationen. Das Christentum in der Gedankenwelt und Wesensart des Welterlösers war allzu blendend, als dass die Menschen, die sich noch in großem Umfang der tierischen Lebensprinzipien bedienten und somit in entsprechendem Maße im nachtschwarzen Dunkel des Heidentums lebten, augenblicklich für dieses Licht in seiner ganzen gewaltigen Ausstrahlung empfänglich sein konnten. Sie mussten sich Schattenbereiche und Deckung vor dem Licht verschaffen, damit sie es in einer so abgeblendeten Form entgegennehmen konnten, dass sie sich nicht daran "verbrannten". Eine Wesensart ist in der Regel ein tausendjähriger Gewöhnungszustand. Er hat besondere Fähigkeiten und Anlagen in den Wesen hervorgerufen. Die Veranlagungen lassen sich nicht blitzartig oder durch einen augenblicklichen Willensakt zugunsten einer völlig neuen Wesensart ändern. Eine neue Wesensart kann nur durch dafür geeignete spezielle Fähigkeiten und Anlagen gefördert werden. Aber Fähigkeiten und Anlagen können nur durch Gewöhnung entstehen. Ist es nicht so, dass Übung den Meister macht? Bedarf es nicht unermüdlicher, ständiger Übung, um zu einem Genie zu werden? Glaubt man wirklich, dass Artisten ohne Training oder Übung zu den genialen Künstlern werden, die sie in der Regel sind? In seiner Wesensart ein Christuswesen, d.h. ein moralisches Genie zu werden oder ein Genie in humanem Gedankengang und Wesen, ist absolut nicht leichter zu erreichen, als ein Genie oder Virtuose in Musik, Malerei oder Bildhauerkunst zu sein, in der Kunst zu forschen oder sich Wissen anzueignen usw. Hier wird dem Wesen nichts geschenkt. Wenn es in seinem jetzigen Leben scheinbar ganz leicht in ein geniales Stadium kommt, so beruht das auf Training und Übung in dem Bereich, in dem es in vergangenen Leben schon geübt hat. Dass es einem solchen Wesen nun leichter fällt, sich das entsprechende hohe Stadium in dem betreffenden Bereich anzueignen, als denjenigen Wesen, die dieses Training aus früheren Leben nicht haben, sondern mit diesen Übungen erst im jetzigen Leben angefangen haben, ist also eine Selbstverständlichkeit.


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