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| Die Erschaffung der Kultur - Inhaltsverzeichnis |
17. KAPITEL
Mit der Entstehung der Intelligenzfähigkeit wurde der Mensch materialistisch und gottlos und verachtete alle früheren abstrakten tragenden Ideale und Lebenswahrheiten
Wie schon vorher erwähnt, ist die moderne Weltkultur, statt wahres Christentum zu sein, zu dem vom Welterlöser vorausgesagten Tag des Jüngsten Gerichts geworden, d.h. zu einer Zeitepoche, in der die Probleme kulminieren.
Dass diese Probleme in der modernen Weltkultur zur Kulmination gebracht werden konnten, was in irgendeiner früheren Kulturepoche in der Geschichte der Menschheit unmöglich gewesen wäre, beruht auf zwei starken Faktoren, nämlich auf dem zunehmenden Zweifel am autorisierten kirchlichen Christentum und auf einer in noch stärkerem Ausmaß zunehmenden Entwicklung der Intellektualität.
Die Entwicklung, die die Pflanze zum Stadium des Tieres und das Tier zum erdenmenschlichen Stadium weitergeführt hat, stand nicht still.
Eine neue Fähigkeit nahm immer mehr zu, nämlich die Intelligenz und die Fähigkeit zu analysieren.
Der Mensch bekam dadurch immer mehr Interesse daran, das zu erforschen und zu analysieren, womit er etwas zu tun hatte, und dabei begann er, sich ein neues Wissen oder neue Kenntnisse anzueignen.
Diese Analysierungsfähigkeit galt vorläufig nur den rein materiellen, handfesten Dingen wie der Erschaffung von Geräten und Erscheinungen, durch die man sein tägliches Dasein verbessern konnte.
Zu diesem Bereich gehörte auch das Verhältnis zu seinen Feinden.
Hier galt es in besonderem Ausmaß, sich schützen zu können.
Und da man mithilfe der beginnenden Intellektualität nach und nach geniale Mordwaffen erschaffen konnte, Messer, Dolche, Pistolen, Gewehre, Kanonen und Bomben, und sich damit solchen Feinden gegenüber eine Überlegenheit verschaffen konnte, die im Wettlauf um die Schaffung von Vernichtungsmitteln noch nicht mithalten konnten, konnte man also hier leichter Siege erringen und sich scheinbar einen Schutz vor Feinden verschaffen, die in Wirklichkeit nur Nebenbuhler um die materiellen Werte des Lebens waren.
Dass die Hinweise des Christentums auf das Gebet und auf die Nächstenliebe als die besten Schutzmittel oder als Weg aus der Finsternis heraus ‒ als Weg dahin, den endgültigen, absoluten Sieg zu erringen ‒ gegenüber der reißenden Entwicklung im Erschaffen von handfesten, materiellen Schutzmitteln stagnieren mussten, ist eine Selbstverständlichkeit.
Gegenüber diesen konkreten Mitteln waren das Gebet und die Nächstenliebe von allzu abstrakter Art für die Gehirne, die nun daran gewöhnt waren, in konkreten Begriffen oder Erscheinungen zu denken.
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