Lesen und suchen im Das Dritte Testament
| Die Erschaffung der Kultur - Inhaltsverzeichnis |
29. KAPITEL
Die moderne Weltkultur ist ein Tanz um das goldene Kalb
Die wirtschaftlich gefangenen Menschen, die wie gesagt, die Mehrzahl der Bevölkerung der Erde ausmachen, entwickeln immer mehr das Ideal, finanziell freie Menschen zu werden, ja, wie die besitzenden Klassen wirtschaftlich überlegen zu werden, denn dann können sie in entsprechendem Ausmaß in demselben Wohlstand und Überfluss leben wie diese.
Sie denken dabei nicht an die wirtschaftliche Gefangennahme und Unterdrückung, die diese Änderung in ihrem Dasein andere Menschen kosten würde.
Aufgrund des Umstandes, dass ein Teil der Menschen Lebenswerte als Privateigentum besitzen und deshalb die anderen Menschen zwingen kann, für die Erstgenannten zu arbeiten, weil sie keinen anderen Ausweg haben, wenn sie überhaupt überleben wollen, bringt diese Oberklasse dazu, wenn auch unfreiwillig, in der Mentalität der Unterklasse immer mehr das Begehren oder die Sehnsucht danach zu wecken, im Milieu und wirtschaftlichen Wohlstand der Oberklasse zu leben.
Diese Sehnsucht schafft eine stark wachsende Tendenz in der Mentalität der Unterklasse zur Aufrüstung und Bekämpfung ihrer Unterdrücker oder der Oberklasse.
Das wiederum bringt diese Oberklasse oder die Besitzenden immer mehr dazu, auf der Hut zu sein.
Es verursacht auch die Aufrüstung zugunsten der Bewahrung der wirtschaftlichen Werte und Besitztümer, die sie sich angeeignet haben, und der damit verbundenen Möglichkeit, die anderen zu beherrschen.
Die Mobilisierung und Aufrüstung der Unterklasse für ihre wirtschaftliche Befreiung kennen wir in Form von Gewerkschaften und den damit verbundenen Streikmöglichkeiten oder Arbeitsniederlegungen, so wie auch die Oberklasse im Gegenzug Vereinigungen oder eine gemeinsame Mobilisierung und ein gemeinsames Auftreten zur Bekämpfung der wachsenden wirtschaftlichen Forderungen der Unterklasse gebildet hat.
Damit hat sich also eine ständig wachsende Kriegsfront innerhalb des täglichen Lebens eines jeden Staates geöffnet.
Und in Wirklichkeit ist es derselbe Krieg, der zwischen den Nationen zur Wirkung kommt.
Die Nationen existieren auch als eine Art Oberklasse und Unterklasse.
Die großen und sehr reichen Staaten bilden also Oberklassestaaten, die aufgrund ihrer großen und überlegenen Militärmacht große Bereiche der für die Menschen der ganzen Welt lebenswichtigen Produkte oder Naturressourcen monopolisieren können.
Diese lebenswichtigen Produkte können den kleinen Staaten nur dadurch zugutekommen, dass sie die Valuta aufbringen können, die von den großen Staaten diktiert werden.
Es sind immer noch diejenigen Staaten oder Personen, die über das größte Monopol auf die lebensbedingenden Naturressourcen in der Welt verfügen, die die Macht haben und damit die anderen nicht besitzenden Personen und Staaten unterdrücken können.
Deshalb wird hier auch sichtbar, dass es nie zum Frieden in der Welt kommen kann, solange das Ideal eines jeden Kampfes die Bereicherung sowohl der Unterdrückten als auch der Besitzenden ist.
Die wirtschaftliche Unterklasse muss darum kämpfen, sich so weit zu bereichern, dass sie wenigstens ein normales Leben führen kann, und die Oberklasse oder die Monopolbesitzer müssen darum kämpfen, die einmal eroberte Macht und die damit verbundenen materiellen Werte und Reichtümer zu behalten.
Ob es nun Staaten sind, die sich im Krieg miteinander befinden, oder ob sich Arbeiter und Arbeitgeber im Konflikt miteinander befinden, es ist in Wirklichkeit derselbe Krieg.
Es ist der Kampf zwischen wirtschaftlich Herrschenden und wirtschaftlich Unterdrückten.
Es ist ein Tanz um das goldene Kalb.
|
Kommentare bitte an das Martinus-Institut senden.
Fehler- und Mängelanzeigen sowie technische Probleme bitte an Webmaster senden.
Seitenübersicht