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Die Erschaffung der Kultur - Inhaltsverzeichnis   

 

 
36. KAPITEL
Weshalb es die Geisteswissenschaft ist, die am Ende die Erlösung der Welt sein wird
Durch die Religionen und die großen Propheten oder Welterlöser sind den Menschen die ersten Anweisungen über die Wesensart gegeben worden. Dass diese Instruktionen nicht darauf gegründet waren, ihnen eine wissenschaftliche Erklärung der Wesensart zu geben, ist natürlich klar, denn die Menschen in einem früheren Stadium hatten kein so entwickeltes Bewusstsein, keine so entwickelte Intellektualität, dass diese in ihrem Gemüt Zweifel hätte hervorrufen können. Ihr Instinkt hat eine unerschütterliche Fähigkeit gefördert, an Anführer, Autoritäten, Propheten und eingeweihte Könige zu glauben. Sie hatten in Wirklichkeit überhaupt keine Fähigkeit, an diesen ihren Beschützern und Führern zu zweifeln. Aber so ist es heute nicht mehr. Heute ist diese Glaubensfähigkeit bei einem sehr großen Teil der Erdenmenschheit degeneriert, und man hat nun stattdessen eine Intelligenzfähigkeit bekommen. Diese Fähigkeit verursachte im Menschen einen wirklichen Drang nach einer wissenschaftlichen Begründung für die Berechtigung einer jeden Behauptung und damit auch der religiösen Dogmen, wenn diese als fundamentale Lebensbasis akzeptiert werden sollten. Und mit einer solchen wissenschaftlichen Begründung müssen die großen religiösen Fazite, die jetzt nur als blinde Dogmen oder Behauptungen betrachtet werden, heute untermauert werden, wenn sie überhaupt Einfluss auf die allgemeine menschliche Mentalität und Wesensart haben sollen. Und diese, der Intelligenz zugänglich gemachte, wissenschaftliche Begründung der Wahrheit in den Weltreligionen ist die Erfüllung des verheißenen "Beistands, des Heiligen Geistes". Es ist diese Verwissenschaftlichung der mentalen Kräfte, Gedanken, Begehren und des Willens, die heute das Einzige ist, was die Welt erlösen kann, die Menschheit aus den finsteren und tödlichen Bereichen der Kriege und Leiden herausführen kann und sie zu den sonnigen Gefilden hinführen kann, wo der Krieg oder das tötende Prinzip nicht existiert und wo die Menschheit in vollen Zügen jenen göttlichen Frieden und jene göttliche Vollkommenheit in der Wesensart und in den gesellschaftlichen Verhältnissen genießen kann, die im christlichen Weihnachtsevangelium als Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen verheißen worden sind.


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