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Die Erschaffung der Kultur - Inhaltsverzeichnis   

 

 
39. KAPITEL
Die Erschaffung der Kultur und der freie Wille des Menschen
Wie aus dem oben Gesagten hervorgeht, ist also das Schicksal der Menschheit in Form des vollkommenen Menschenreichs vorausbestimmt. Aber wie verhält es sich mit dem freien Willen der Menschen? Können sie denn in ihrer Massenentfaltung von Mord und Totschlag nicht so grausam werden, so schreckliche Kriege mit Atomwaffen führen, dass sie damit das Auftreten einer so leuchtenden Epoche, wie es das vollkommene Menschenreich doch sein muss, unmöglich machen? Nein und abermals nein! Eine solche Macht liegt auch nicht in der gesamten Willensentfaltung der Menschheit. Die kosmische Weltordnung tritt ewig in göttlichen Gesetzen hervor, und die wiederum sind eins mit der Vorsehung oder Gottes Bewusstsein. Aufgrund dieser ewigen Gesetze hat der Mensch zwar einen freien Willen ‒ aber nicht, um die Weltordnung zu zerstören. Wenn diese wirklich der menschlichen Willensführung untergeordnet wäre, wäre es mit dem Zusammenleben und den Lebensmöglichkeiten der Menschen auf Erden bald vorbei, falls sie denn in einem solchen Fall überhaupt jemals die Möglichkeit gehabt hätten zu entstehen. Was für ein Wille ist es, der bestimmt hat, dass das Mineral zur Pflanze und die Pflanze zum Tier und das Tier zum Menschen werden soll? Glaubt man denn, dass der große Wille, der die Dinge so bestimmt hat, bevor der Mensch und sein Wille entstanden sind, verschwunden ist und aufgehört hat zu existieren? Und glaubt man, dass er den Menschen nur erschaffen hat, damit dieser ein Wesen werden konnte, das mit seiner mörderischen Willensführung jene göttliche Schöpfung, jenes Leben und jene Lebensmöglichkeiten sabotieren kann, die seine eigene Entstehung als Mensch auf Erden bedingt haben und die aufzubauen den Urheber des großen Willens millionenjährige Naturprozesse gekostet hat? Nein! Der freie Wille des Menschen gilt nur da, wo er darauf hinausläuft, hundertprozentig zu dienen, statt sich bedienen zu lassen. Er hat einen freien Willen, um seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst. Diese Liebe verfügt über eine große Vielfalt von Variationen, durch die sie sich manifestieren kann. Ja, sie ist geradezu das Erleben des vollkommenen Lebens selbst und muss überall in ihrem Bereich eine Epoche des Lichts erschaffen. Für die Entfaltung dieser Variationen der Liebe gibt sie ihrem Urheber ständig einen freien Willen. Der freie Wille, den der Mensch scheinbar hat, um zu leben und seinen Nächsten zu unterdrücken, ja schlimmstenfalls, ihn zu töten oder zu ermorden, kann nur als Sabotage an dem freien Willen des unterdrückenden oder ermordenden Wesens selbst existieren. Die ewigen Gesetze bedingen, dass der Mensch das, was er sät, ernten muss. Wenn er mit seinem Willen seinen Nächsten unterdrückt, versehrt und tötet, muss er das mit seinem eigenen Leben bezahlen. Er hat seinen Nächsten der Freiheit beraubt, sein normales Leben auszuleben. Das Ergebnis wird unvermeidlich das sein, dass er, wenn die Zeit reif ist, selbst die Freiheit verlieren muss, sein eigenes normales Leben auszuleben. Dann hilft es ihm nicht, wie gern er leben will. Hier zählt sein Wille nicht mehr. Er hat durch das Töten seines Nächsten seinen eigenen freien Willen sabotiert. Auf diese Weise verlieren die Menschen ihren freien Willen in demselben Umfang, in dem dieser für den Nächsten freiheitsberaubend war. Das ist der Grund dafür, dass heute Millionen von Menschen mit eingeschränktem Willen leben. Alle Dinge, die ein unglückliches Schicksal bilden wie Armut, Invalidität, Verfolgung, Verleumdung, Demütigung und Erniedrigung durch seinen Nächsten usw., sind Erscheinungen, die von dem, gegen den sie gerichtet sind, nicht gewollt sind. Sie stehen in einem diametralen Gegensatz zu seinem Willen. Also beschränken diese Realitäten heute seinen freien Willen. Aber es kann nur göttlich sein, dass der Wille der Menschen in demselben Umfang beschnitten wird, wie er darauf hinausläuft, den Nächsten in unglücklichen Zuständen gebunden zu halten. Wenn der Wille der Menschen hier nicht gebunden wäre, würden sie das ganze Universum zu Fall bringen, ganz abgesehen davon, dass die Lebenserhaltungsfähigkeit niemals eine Möglichkeit gehabt hätte zu entstehen. Es ist diese schicksalsmäßige Vergeltung durch die Reinkarnation, die dem Menschen nach und nach aufgeht, sowohl rein gefühlsmäßig als auch rein verstandesmäßig. Dadurch wird er immer humaner eingestellt, wird immer weniger geeignet dafür, seinem Nächsten Unannehmlichkeiten oder Leiden zuzufügen, ganz unabhängig davon, wie dieser Nächste auch erscheinen mag. Es ist dieser Prozess, den wir "Entwicklung" nennen. Er basiert also auf diesem ewigen Gesetz, das bedingt, dass der freie Wille der Wesen schließlich in demselben Maße eingeschränkt wird, in dem er auf die rechtmäßige Aufrechterhaltung des Lebens anderer Wesen lebenszerstörend und unterminierend wirkt. Man versteht hier vollkommen die Warnung und Anweisung, die im fünften Gebot "Du sollst nicht töten" enthalten ist. Die Bedingungen des freien Willens gelten natürlich auch für die Politik und Regierungsform der Menschen. Jede Regierungsform, die ja das Gleiche ist wie die Willensführung des Staates, wird schließlich auch in demselben Umfang willensmäßig gebunden oder eingeschränkt werden, wie sie den Willen anderer Staaten zu einer normalen Lebensentfaltung unterminiert oder beschneidet. All die Staaten und Personen, die heute mit hart beschnittenem Willen leben, also mit einem mehr oder weniger harten und unterminierten Schicksal, sind also solche Staaten und Personen, die einmal in einer früheren Lebensperiode anderen Nationen und Personen gegenüber das gleiche Schicksal verursacht haben. Und die Staaten und Personen, die noch so primitiv sind, dass sie heute die normale Willensführung anderer Volksgruppen oder einzelner Personen und damit ihr normales Recht auf Leben unterminieren, sind also in Wirklichkeit dabei, die Einschränkung oder Gefangennahme ihres eigenen Willens vorzubereiten. Ihr Schicksal kann also mit absoluter Sicherheit vorausgesagt werden. Aber aus dieser Willensbeschneidung und den daraus folgenden unglücklichen Schicksalen entsteht im Menschen ein beginnendes Talent zur Schaffung einer Lebensänderung, innerhalb derer man immer mehr aus den Bewusstseinslagen und Gedankenarten herauskommt, aus denen die unglücklichen Schicksale entstehen. Man wird also seinem Nächsten gegenüber immer verständnisvoller und freundlicher gesinnt werden. Diese neue Wesensart ist die beginnende wahre Menschenmentalität. Sie wird vorläufig als "Humanismus" bezeichnet. Aber eines Tages wird sie sich dahin entwickelt haben, die Nächstenliebe zu sein, die die Erfüllung aller Gesetze ist. Dieser beginnende Humanismus gibt den Wesen die Fähigkeit, Respekt gegenüber dem Leben und Eigentum anderer Wesen zu empfinden und seine Lust zu stimulieren, dazu beizutragen, anderen Wesen zum Segen und zur Freude zu gereichen. Wenn diese Nächstenliebe in ihrer Kulmination das unfehlbare Endresultat jener gefühls- und intelligenzmäßigen Lebensänderung ist, die die jetzige auf Macht, Krieg und Waffen basierende Weltkultur durch ihre Auslösung im Begriff ist zu verursachen, werden die Verheißungen von einer kommenden Weltepoche des Friedens hier als Wissenschaft sichtbar.


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