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Die Erschaffung der Kultur - Inhaltsverzeichnis   

 

 
5. KAPITEL
Was die Notwendigkeit des jetzigen Rechtswesens enthüllt
Es ist richtig, dass in der jetzigen sogenannten Kultur ein auf Regierung und Obrigkeiten basierendes Gesetzes- und Rechtswesen existiert, aber das kann nie etwas anderes sein als ein Beweis dafür, dass die Menschen noch kein wahres Kulturtalent besitzen. Denn dann wäre keinerlei Rechtswesen mit Strafanstalten, Zuchthäusern und anderen Mitteln nötig, um Schrecken und Angst vor der Übertretung der von der Gesellschaft oder dem Staat beschlossenen Gesetze und Vorschriften zu schaffen. Dass diese Erscheinungen in einer Gesellschaft notwendig sind, zeigt, dass die Wesen dieser Gesellschaft hauptsächlich aus einer Ansammlung von Menschen bestehen, innerhalb derer es noch Individuen gibt, die so unterentwickelt sind, dass sie in gegebenen Situationen nicht davor zurückschrecken, ihre Mitwesen zu ermorden oder sie auf andere Weise zu verfolgen, wenn sie den einen oder anderen Vorteil davon haben. Dass solche Personen sich in denjenigen Situationen der Lügen, Unwahrheiten oder Verleumdungen bedienen, in denen ein solches Verfahren das Vorteilhafteste zu sein scheint, ist so allgemeingültig, dass wir das kaum zu erwähnen brauchen. Das Prinzip, sich mit seinen Ellbogen über seine Mitmenschen hinwegzusetzen, wenn es um Erfolg im Beruf oder den einen oder anderen glänzenden wirtschaftlichen Vorteil geht, ist auch nicht ungewöhnlich. Man braucht auch nicht besonders begabt zu sein, um zu erkennen, dass diese in der menschlichen Mentalität vorkommenden und aufgrund der Intelligenz überdimensionierten tierischen Tendenzen also eine jede Kulturschöpfung und allen Frieden unter den Menschen unterminieren. Diese Tendenzen können sogar lebensgefährlich sein. Was hält man sonst von Gangstern, Raubmördern und Rächern? Ein jedes solches Wesen ist an sich mehr ein gefährliches Tier, als dass es ein kultivierter Mensch ist. Sind das nicht gerade die Früchte, an denen man den Baum erkennt?


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