"Das Fundamentale für den Leser sind also nicht die geistigen Erlebnisse selbst, die ich gehabt habe, sondern die Wirkungen, die daraus entstanden, weil diese nämlich mehr oder weniger von jedem moralisch dazu geeigneten, unparteiischen und geistig freien Menschen nachgeprüft werden können. Diese Wirkungen machen meine gesamte Manifestation aus."
(Zur Geburt meiner Sendung, Buch Nr. 4, Kap. 20)
|
Jugendjahre mit praktischen TätigkeitenNach seiner Konfirmation kam Martinus in eine Lehre als Schmied. Das musste er aber aufgeben, weil er für die schwere Arbeit zu schmächtig war. Stattdessen wurde er Landarbeiter. 1910 wurde Martinus als Molkereiarbeiter ausgebildet und arbeitete in verschiedenen Molkereien ringsum in Dänemark, ehe er 1917 nach Kopenhagen zog. Hier arbeitete er zeitweilig als Wachmann und Postbote, ehe er 1920 bei der Molkerei Enigheden als Kontorist angestellt wurde. Martinus sehnte sich aber danach, in seinem Leben mehr zu leisten als nur im Büro zu sitzen und den ganzen Tag hindurch Zahlen zu schreiben. Vorübergehend fühlte er sich von dem Gedanken angezogen, Missionar zu werden, gab das aber wieder auf, u. a. weil er sich nicht mit der damaligen Auslegung vieler christlicher Dogmen abfinden konnte. Es sollte sich aber bald zeigen, dass Martinus seine eigene Lebenssendung erhielt. Kosmisches Bewusstsein als DreißigjährigerIm März 1921 geschah die entscheidende Verwandlung seines Lebens, indem er einige starke geistige Erlebnisse hatte, die eine tiefgehende Bewusstseinserweiterung herbeiführten. In dem Buch Über die Geburt meiner Sendung erzählt er selbst ausführlich und schön von diesen für ihn selbst unerwarteten geistigen Erlebnissen.
”Die kosmische Feuertaufe, die ich durchgemacht hatte und auf deren nähere Analyse ich hier nicht eingehen kann, hatte also die Tatsache hinterlassen, dass in mir ganz neue Wahrnehmungsfähigkeiten ausgelöst worden waren. Fähigkeiten, die mich imstand setzten – nicht in kurzen Erleuchtungsblitzen – sondern vielmehr in einem andauernden wachen Tagesbewusstseinszustand, alle die hinter der physischen Welt existierenden, tragenden geistigen Kräfte, unsichtbaren Ursachen, ewigen Weltgesetze, Grundenergien und Grundprinzipien zu erkennen. Das Mysterium des Daseins war also kein Mysterium für mich. Ich war des Lebens des Weltalls bewusst und in ”das göttliche Schöpfungsprinzip” eingeweiht worden.” (Livets Bog 1, Stück 21) Diesen neuen Bewusstseinszustand, den Martinus als Dreißigjähriger erreichte, nannte er das ”kosmische Bewusstsein”. Die Voraussetzung des kosmischen Bewusstseins ist eine hoch entwickelte Intuitionsfähigkeit, die alle Menschen früher oder später entwickeln werden. |
"Die Fähigkeiten, die ich entwickeln konnte, sind nur, was alle Menschen vor mir entwickeln konnten und was alle Menschen nach mir – absolut alle ohne Ausnahme – entwickeln werden."
(Das intellektualisierte Christentum, Stück 5)
|
Große Persönlichkeit ohne Personenkult
Es war entscheidend für Martinus, dass keine Art Sekte oder Mitgliedschaft um sein Lebenswerk geschaffen wird, und er wünschte, auf keine Weise der Gegenstand eines Personenkults zu werden. Es gehörte nicht zu seiner Sendung, das Oberhaupt einer kultischen Verehrung oder einer Glaubensgemeinschaft zu sein. Das Zentrale seines Lebens war, sein kosmisches Wissen aufzuschreiben und zu vermitteln. In einem kleinen materialistischen Land wie Dänemark konnte er diese Arbeit unbemerkt entfalten. Das bedeutet aber nicht, dass er isoliert lebte. Er war immer sehr entgegenkommend und nahm sich Zeit, auf Fragen zu antworten, wenn Leute sich an ihn wandten. Er war überhaupt ein sehr heiterer und geselliger Mensch, der sich über das Zusammensein mit guten Freunden freute. Aufgrund seiner Entwicklung zum doppelpoligen Menschen lebte er in keiner Paarbeziehung und hatte keine Familie. Auf häufige Fragen zu diesem Thema antwortete er gerne heiter, dass er ja mit der ganzen Menschheit verheiratet sei. Martinus wohnte in seiner kleinen Wohnung im ersten Stock des Martinus-Instituts bis zu seinem Hinscheiden 1981. Aber seine ”Sache” lebt weiter – und erfreut sich eines ständig wachsenden Interesses unter geistig Suchenden in einer Reihe von Ländern weltweit. Lesen Sie hier über die Möglichkeit, das Elternhaus von Martinus und seine unveränderte Wohnung im Martinus-Institut zu besuchen. |










